Anrollenden Veränderungen aktiv begegnen – Selbstverantwortung übernehmen!

Zurück zur übersicht

14.03.2019WellenreiterWellenreiter

Ich paddle auf meinem Surfboard in Richtung Strand. Hinter mir rollt eine Welle heran. Ich muss mich innert Sekunden entscheiden, ob ich die Welle surfen will oder nicht. Es ist alleine meine Verantwortung.

Vielleicht ist sie doch nicht so gut, wie sie aussieht. Vielleicht ist sie zu mächtig für mich. Vielleicht entscheide ich mich zu spät. Egal was kommt. Ich bin verantwortlich für meinen Entscheid. Genau so verantwortlich bin ich, wenn ich entscheide, die Welle nicht zu surfen. Vielleicht wäre es die Welle meines Lebens gewesen. Vielleicht hätte der Ritt in einem unangenehmen oder gar gefährlichen Waschgang geendet. Egal, wie es kommt, ich alleine bin verantwortlich für all meine gefällten und nicht gefällten Entscheidungen.

Das Gleiche gilt für jeden von uns, egal ob privat, im Geschäftsleben, in Vereinen usw. Wenn ich mir Fehlverhalten in Organisationen der letzten Jahre ins Gedächtnis rufe, frage ich mich jedoch, ob das allen wirklich bewusst ist: Postauto-Skandal, Raiffeisen Machtkonzentration, Ernst & Young Harrassment-Fall, UBS Finanzkrise, Swissair Hunter-Strategie, usw. Wie ich der Berichterstattung über diese Fälle entnehmen konnte, war vielfach die Nicht-Übernahme der Verantwortung von Personen in den Führungsgremien mitunter der Auslöser für den teilweise befristeten Niedergang dieser Unternehmungen. Ich bin überzeugt, dass viele aus Angst, ihr eigenes Ego nicht mehr befriedigen zu können, sprich den Job (in der Geschäftsleitung) zu verlieren oder Karrierechancen zu vernichten, lieber schwiegen, als auf die Missstände hinzuweisen. Wo bleibt da die Eigenverantwortung?

Wir müssen wieder lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen – aber auch diese bei anderen zuzulassen. Wenn Firmen in dieser schnelllebigen Zeit überleben wollen, ist es sinnvoll, jede Meinung zuzulassen – gerade auch die warnenden oder kritischen. Wie sieht es in Ihrer Organisation aus? Herrscht dort eine Kultur, in welcher Sie Ihre Meinung immer offen vertreten können und sich nicht vor Zurechtweisungen oder abwertenden Stellungnahmen Ihrer Vorgesetzten oder Kollegen fürchten müssen?

Wie können Sie Eigenverantwortung leben und zulassen? Alles beginnt bei einem selbst. Eine Möglichkeit ist, dass Sie für sich die letzten Tage analysieren. Gehen Sie gedanklich in Situationen der letzten Tage, an denen Sie gegen Aussen nicht voll zu Ihren Ideen standen. Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:

  • Wo hielt ich mich zu sehr zurück?
  • Was hat mich daran gehindert, meine Meinung auszudrücken?

Eine weitere Möglichkeit ist die Wertearbeit. In einem ersten Schritt eruieren Sie, welches aktuell Ihre wichtigsten Werte sind. Im nächsten Schritt schauen Sie genau hin und analysieren, in welchen Situationen Sie nicht nach Ihren Werten gehandelt haben. Diese sogenannte Mind-Behaviour Gap kann zu Frust, Sinnlosigkeit oder gar Burn-Out oder Depressionen führen. Es lohnt sich also, seine Werte und deren Einhaltung mal genauer zu überprüfen.

In Organisationen ist die einfachste Möglichkeit, Ihre Mitarbeitenden zu fragen, wie es um die Eigenverantwortung steht. Sie können die Kultur aufgrund von folgenden Fragen (eine kleine Auswahl) analysieren, um erste Inputs zu erhalten:

  • Was geschieht, wenn Sie eine «absurde» Idee einbringen?
  • Wie reagieren Sitzungsteilnehmende auf Voten der Ranghöchsten im Raum?
  • Werden konstruktive, aber gleichzeitig kritische Diskussionen gefördert oder abgeblockt?

Wenn Sie gerne eine vertiefte Analyse Ihrer Kultur angehen wollen, begleiten wir Sie sehr gerne in diesem Prozess. Natürlich können Sie uns auch für alle anderen Leadership-Themen oder Organisationsentwicklungs-Prozesse unverbindlich angehen. Wir erarbeiten mit Ihnen eine individuelle Vorgehensweise, um Ihre Organisation fit für die Zukunft zu machen. Kontaktieren Sie uns!

«Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.»

Aloha!

Roland Kunz

 

 

Zurück zur übersicht